Die Vergangenheit

Es ist überliefert, dass sich im Jahr 1906 turnfreudige Männer aus Allmannsdorf-Staad unter Mitwirkung des späteren Ehrenmitgliedes Adolf Wolfensberger aus Konstanz zusammentaten, um den Turnverein Allmannsdorf ins Leben zu rufen, nachdem ein bisher bestandener Athletenclub nicht mehr tätig war. Der Turnverein 1862 Konstanz hatte die Patenschaft für den Neuling übernommen und ihm eine starke Förderung zuteil werden lassen. Wolfensberger, ein damals in Hochform befindlicher Turner, übernahm die fachliche Leitung des Turnbetriebes und führte die jungen Allmannsdorfer auf manchen Wettkampf innerhalb der turnerischen Veranstaltungen im Hegau-Bodensee-Turngau, dem der TVA alsbald beigetreten war. In der Gründungsversammlung 1906 wurde der Kaufmann Josef Guldin (Staad) zum Vorsitzenden des jungen Vereins gewählt.

Der Turn- und Vereinsbetrieb war in den Anfangsjahren sehr erfolgreich und erfreulich gewesen, wobei erwähnt werden muss, dass nur im Freien oder in einer Scheune und im Felsenkeller geturnt werden konnte. Ein großes Fest war, für das damals noch selbständige Dorf, als am 26.Juli 1914 ein Schauturnen mit Fahnenweihe abgehalten werden konnte. Die Vereinsführung lag damals in den Händen von Theodor Beller und Bernhard König. Das Fest war gerade vorüber, als am 1. August 1914 der erste Weltkrieg ausgebrochen war und viele aktiven und passiven Mitglieder des Vereins zum Wehrdienst einberufen wurden und viele kamen damals schon nicht mehr in die Heimat zurück.

Nach Beendigung des Krieges wurde unter Bernhard König und August Löchle wieder der Turnverein aufgebaut, dessen Turnbetrieb sich unter den gleich primitiven Vorkriegsverhältnissen vollziehen musste. Erst im Jahr 1923 wurde von der Stadt Konstanz, - die Eingemeindung war inzwischen vollzogen -, ein ehemaliger Stall in eine Turnhalle umgebaut und der Volksschule angegliedert. Auch der TVA 1906 erhielt die Berechtigung, diesen Turnraum zu Übungszwecken zu benutzen. Neben einem kleinen, kalten Umkleideraum befand sich in der Turnhalle ein großer Kanonenofen, den die Turner und Turnerinnen im Winter in den Pausen umstanden und der im Sommerhalbjahr im Wege war, und doch hat man sich in diesem Turnraum oft und gern zu turnerischem Tun versammelt. 1925 wurde die Turnerinnenabteilung, wenn auch unter großen Schwierigkeiten, ins Leben gerufen. Damals war Ludwig Oser Oberturnwart des TVA und Leiter der Schülerinnenabteilung, der dem Verein bis zu seinem Tode treu blieb.

1925 wird auch berichtet von Faustballspielen, an denen sich die 1. Mannschaft in der A-Klasse beteiligte. In der Spielerversammlung vom 20.2.1926 wurde eine 1., 2., 3. und eine Männer-Faustballmannschaft namentlich aufgestellt und für jede Mannschaft ein Spielführer benannt.

Spielwart Karl Sulger führte lange Jahre die Spielabteilung, der im Jahr 1926 auch das Handball angegliedert wurde. In diese Zeit fällt auch der Bau der Sporthütte auf dem Sportplatz am Wasserwerk, wo am 17.10.26 ein Spieltag mit Hütteneinweihung stattfand.

Ein Höhepunkt im Spielbetrieb war die Teilnahme an den Hindenburg-Festspielen 1927 in St. Gallen/Schweiz, an denen die erste Faustballmannschaft des TVA teilnahm und Turniersieger gegen mehrere schweizerischen Mannschaften wurde. Auch die Turnfeste des Hegau-Bodensee-Turngaues, wie die Landesturnfeste des Badischen Turnkreises, wurden mit Erfolg besucht.

1930 wurde die Männerriege gegründet. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, am 1. September 1939, war das Vereinsgeschehen mit turnerischer und sportlicher Arbeit ausgefüllt. Dann kam das ganze bisherige Vereinsgeschehen beinahe zum Erliegen, nachdem wiederum sehr viele Mitglieder zum Wehrdienst eingezogen wurden. Der Turnbetrieb wurde durch die Vorstände Karl Sulger und Willi Haberstroh während der Kriegsjahre notdürftig aufrecht erhalten, bis mit dem Einmarsch der Besatzungstruppen jegliches Vereinsleben ein Ende fand.

Nach Aufhebung des Verbots der turnerischen und sportlichen Betätigung durch die Besatzungsmacht ging man daran, auch den TVA wieder ins Leben zu rufen. Am 7. April 1950 fand die Wiedergründung des alten Vereins statt; Ludwig Oser, Ehrenoberturnwart wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt, ihm zur Seite gestellt wurden nicht neue, sondern alte und junge Mitarbeiter des bisherigen TVA. Vieles gab es wieder aufzubauen um wieder einen Turn- und Spielbetrieb beginnen zu können. Turngeräte mussten neu beschafft werden. Der Turnraum war beschlagnahmt; es wurde zunächst in einem Wirtshaussaal geturnt. Nach der Freigabe wurde der alte Turnraum neu hergerichtet und verbessert und die Stadtverwaltung Konstanz stellte diesen Turnraum auch dem TVA wieder zur Mitbenutzung zur Verfügung. Nun konnte der Turnbetrieb wieder voll aufgenommen werden und zwar in einer Turner-, Turnerinnen- und Männerabteilung. 1953 wurde eine Frauenabteilung aufgebaut und auch der Spielbetrieb für Faustball nahm wieder seinen Anfang.

Und so ist der TVA zum dritten Mal neu erstanden und gewachsen; immer wieder haben Männer freudig das Banner aufgenommen und weitergetragen in die Zukunft - möge es immer so sein!